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HIV / Aids
HIV
AIDS
Entstehung
von HIV
Geschichtlicher
Überblick
Risikofaktoren
Symptome
einer Infektion
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Übertragung
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Prävention
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Test
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Weitere Informationen
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Für Fachleute
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Für Unterricht / Vorträge
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AIDS
Was jeder über Aids
wissen sollte
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Die Krankheit Aids (acquired
immune deficiency syndrome) ist
das Endstadium einer Infektionskrankheit,
die durch das HIV (human immunodeficiency
virus) verursacht wird. Eine Besonderheit
der HIV-Infektion ist, dass vom
Zeitpunkt der Ansteckung bis zum
Ausbruch des Endstadiums Aids
im Durchschnitt etwa 12 Jahre
vergehen (= Latenzzeit). Die heute
bekannten Aidsfälle machen nur
einen Bruchteil aller HIV-Infizierten
aus und spiegeln lediglich den
Stand der Infektionsausbreitung
vor gut einem Jahrzehnt. Der grösste
Teil der HIV-infizierten Menschen
wird früher oder später an Aids
erkranken, es sei denn, der Krankheitsverlauf
könnte durch antiretrovirale Medikamente
aufgehalten oder gar geheilt werden.

Grossansicht
Ausbreitung der HIV-Infektion
Die HIV-Infektion breitete sich
zuerst in den 60er und 70er Jahren
unerkannt auf sexuellem Wege aus
zuerst auf dem afrikanischen,
dann auf dem amerikanischen und
dem europäischen Kontinent und
schliesslich in Asien. Als eigentliche
Krankheit wurde Aids erst 1981
in den USA erstmals bei homosexuellen
Männern entdeckt. Anfangs bestand
die Meinung, nur Homosexuelle
seien von dieser Geschlechtskrankheit
betroffen. In den westlichen Industrieländern
jedoch breitete sich die HIV-Infektion
ausgehend von den sogenannten
Randgruppen (Homosexuellen und
Fixern) schon damals schleichend
auch in der heterosexuellen Bevölkerung
aus. In Afrika und Asien waren
von Anfang an etwa gleich viele
Frauen wie Männer betroffen.
Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) Ende 2007 30,6 bis 36,1
Millionen noch lebende HIV-Infizierte.
Allein 2007 infizierten sich 1,8
bis 4,1 Millionen Menschen
neu; das sind 493211'233 Ansteckungen
pro Tag. Weltweit ist die HIV-Epidemie
weiterhin am Zunehmen. Über 75%
der Übertragungen weltweit geschehen
auf heterosexuellem Weg.
In den industrialisierten Ländern
nehmen seit 2000 die Neuinfektionen
wieder zu. Bis Ende Dezember 2008
wurden in der Schweiz 8801 Aidsfälle
und 30'920 HIV-Infizierte gemeldet.
Es wird aber mit einer erheblichen
Dunkelziffer gerechnet. Bereits
etwa die Hälfte der bekannten
Ansteckungen erfolgt heute auf
heterosexuellem Weg. Allerdings
ist die Rate (Prozentsatz der
HIV-Infektionen innerhalb einer
Risikogruppe) unter den Homosexuellen
und i.v.-Drogenabhängigen 30-
bis 40mal grösser als bei Heterosexuellen.
Krankheitserreger
Heute kennt man zwei verschiedene
Typen des Aidsvirus: HIV-1 mit
10 Subtypen (A-J) und HIV-2 mit
5 Subtypen. Daneben gibt es eine
Reihe von Stämmen, die unter keiner
Gruppe eingeordnet werden können:
z.B. die Gruppe 0 des HIV-1. Bei
jedem Subtypus und Stamm gibt
es unzählige Varianten.
Viren, wie auch das HIV, sind
keine selbständigen Lebewesen.
Um zu überleben und sich vermehren
zu können, ist das HIV auf bestimmte
menschliche Zellen angewiesen,
die es sozusagen beherbergen.
Solche Zellen nennt man Wirtszellen.
Bei der Ansteckung dringen
die Viren in ihre Wirtszellen
ein. Sie bringen das Enzym «Reverse
Transkriptase» mit, welches das
Viruserbgut (RNS) in das Erbgut
des Menschen (DNS) umwandelt.
Dadurch wird das Viruserbgut in
die Erbsubstanz der Wirtszelle
eingebaut. Dort kann es sich jahrelang
ruhig verhalten. Bei der Vermehrung
missbraucht das Virus die Wirtszelle
für seine Zwecke. Das Enzym Protease
baut nun aus den neu entstandenen
Virusteilen infektiöse Viren auf.
Diese verlassen die Wirtszelle
und befallen wieder andere Zellen.
Bei der Umwandlung des Erbgutes
und bei der Herstellung von Erbgutkopien
für die Bildung neuer Viren entstehen
immer neue HIV-Varianten durch
«Übersetzungsfehler». Diese Varianten
können sich auch durch Eigenschaften
auszeichnen, die sie von dem ursprünglichen
HIV unterscheiden; sie können
unterschiedlich ansteckend sein
und verschieden schnell zu Aids
und zum Tod führen. Es wurde beobachtet,
dass in einem einzigen HIV-infizierten
Menschen mehrere Millionen von
Virusvarianten entstehen.
Diese Veränderlichkeit des HIV
verleiht ihm die Fähigkeit, sich
seiner Umgebung anzupassen, und
ist der Grund dafür, dass das
HIV gegen Medikamente schnell
widerstandsfähig (resistent) werden
kann. Die Entwicklung eines Impfstoffes
und von Medikamenten, die einen
HIV-infizierten Menschen heilen
könnten, scheiterte bisher nicht
zuletzt an der schnellen Veränderlichkeit
des HIV.
Schwächung und Zerstörung des
Abwehrsystems
Das Abwehrsystem (Immunsystem)
hat zwei Hauptaufgaben. Einerseits
bekämpft es fremde Eindringlinge
wie Bakterien, Viren, Pilze usw.,
welche die sogenannten Infektionskrankheiten
hervorrufen. Andererseits verhindert
es die Entstehung von Krebs, indem
es körpereigene, beschädigte oder
entartete Zellen aufspürt und
vernichtet.
Es dauert einige Jahre, bis
das menschliche Abwehrsystem geschlagen
ist. Es findet eine eigentliche
Schlacht zwischen dem menschlichen
Abwehrsystem und den Viren statt.
Wir wissen heute, dass schon wenige
Tage nach der Ansteckung (während
der akuten Infektion) jeden Tag
mehrere Milliarden (!) neue Viren
gebildet werden. Auch während
der symptomlosen Latenzzeit vermehren
sich HIV ausserordentlich aktiv.
Das menschliche Abwehrsystem tötet
ebenso viele, so dass jahrelang
ein Gleichgewicht besteht. In
der eigentlichen Aidskrankheit,
dem Stadium C, erschöpft sich
das Immunsystem, und gleichzeitig
nimmt die Virusmenge dauernd zu.
Die Folge der erworbenen Immunschwäche
bei der HIV-Infektion ist eine
gesteigerte Anfälligkeit insbesondere
für Infektionskrankheiten und
Krebs.
Die Fresszellen als Trojanisches
Pferd
Gelangen Viren auf die Schleimhaut
des Menschen, z.B. beim Geschlechtsverkehr,
werden sie zuerst von Fresszellen
abgefangen. Die Fresszellen haben
die Aufgabe, Krankheitserreger
(Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten)
gleich beim Eindringen in den
Körper zu vernichten (vorderste
Verteidigungslinie). Wenn das
gelingt, können bereits die Fresszellen
eine Ansteckung verhindern. Zudem
alarmieren sie das menschliche
Abwehrsystem (Immunsystem) frühzeitig,
falls Krankheitserreger den ersten
«Abwehrring» zu überwinden vermögen.
Dieses sonst gut funktionierende
Alarmsystem versagt beim HIV.
Es hat nämlich die Fähigkeit,
sich in der Fresszelle zu verstecken,
sich dort zu vermehren und sie
in ihrer Funktion zu stören. Dabei
benützt das Virus die Fresszelle
wie ein Trojanisches Pferd, um
in den Körper zu gelangen und
sich dort auszubreiten.
Die Helferzellen werden ausser
Gefecht gesetzt
Ist das HIV einmal in Lymphknoten
und im Blut, setzt es eine weitere
Einheit des Abwehrsystems ausser
Gefecht: die Helferzellen (= CD4-Lymphozyten).
Sie koordinieren die Bekämpfung
von Krankheitserregern. Zusammen
mit den Fresszellen nehmen sie
eine Schlüsselstellung im menschlichen
Abwehrsystem ein. Ähnlich wie
die Fresszellen werden auch die
Helferzellen vom HIV «überlistet»
und als Wirtszelle benutzt: Das
Virus wird von ihnen aufgenommen,
es kann sich in ihnen vermehren
und sie allmählich ausser Funktion
setzen.
Antikörper
Wie bei allen Infektionskrankheiten
bildet das Immunsystem auch gegen
HIV nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip
Antikörper, welche die Krankheitserreger
erkennen und mithelfen, sie zu
vernichten. Da sich ein Teil der
HIV in menschlichen Zellen versteckt,
können die im Blut zirkulierenden
Antikörper sie nicht erkennen
und beseitigen. Die gegen HIV
gebildeten Antikörper können mit
Labortests nachgewiesen werden
und sind ein Beweis dafür, dass
eine HIV-Infektion stattgefunden
hat.
Nachweis
einer HIV-Infektion
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Der übliche Aidstest,
der beim Arzt oder in einem medizinischen
Labor durchgeführt wird, ist der
Elisa-Suchtest (= Screeningtest).
Er weist die Antikörper gegen
das HIV nach. Der sogenannte Western-Blot-Test
ist ein spezifischer Antikörpertest,
den man zur Bestätigung bzw. Kontrolle
bei einem positiven Elisa-Test
verwendet. Die Zeit von der Infektion
bis zum Auftreten von Antikörpern
im Blut (Serokonversionszeit)
ist unterschiedlich lang und von
verschiedenen Faktoren abhängig
(Übertragungsweg, Menge der übertragenen
Viren usw.). Gemäss heutigem Wissensstand
können nach einer Ansteckung HIV-Antikörper
frühestens nach 2 bis 6 Wochen,
bei den meisten jedoch innerhalb
von 3 Monaten nachgewiesen werden.
Nach einem Infektionsrisiko ist
deshalb frühestens nach ungefähr
3 Wochen ein Test sinnvoll und
muss bei einem negativen Ergebnis
nach etwa 3 Monaten wiederholt
werden.
Es gibt zwei Tests,
die nicht die Antikörper, sondern
das Virus direkt nachweisen:
der Antigentest, der einen Bestandteil
eines HIV (p24 Antigen) zu erkennen
vermag, und die PCR (Polymerase
chain reaction), die direkt das
Viruserbgut nachweisen kann. Der
Antigentest und die PCR werden
zur Sicherung der Diagnose zusätzlich
zum Elisa-Antikörper-Test durchgeführt,
wenn zuwenig Antikörper vorhanden
sind (in den ersten Wochen nach
einer möglichen Ansteckung) oder
wenn ein unklares Testresultat
vorliegt. Allerdings zeigen diese
Tests die HIV-Infektion auch nicht
vom ersten Tag nach der Ansteckung
an, sondern nur einige Tage vor
dem Elisa-Test, weshalb diese
komplizierteren Tests zurzeit
nicht routinemässig verwendet
werden.
Der PCR-Test wird auch verwendet,
um die Anzahl der Viren im Blut
(Viruslast oder viral load) zu
messen. Dies ist bei der Therapie
der HIV-Infektion von grosser
Bedeutung.
Seit 1993 wird die HIV-Infektion
allgemein in drei Stadien und
Kategorien eingeteilt:
- Stadium A entspricht
sowohl der akuten Infektion
als auch der sogenannt symptomlosen
Phase: Nach einer Ansteckung
tritt bei der Mehrheit der HIV-Infizierten
innerhalb von 2 bis 6 Wochen
eine vorübergehende Krankheit
mit Fieber ähnlich dem Pfeifferschen
Drüsenfieber auf. Darauf folgt
die symptomlose Phase, die sich
über viele Jahre erstrecken
kann und in der der HIV-Infizierte
nichts von seiner Krankheit
spürt. Trotzdem vermehrt sich
das Virus im Körper, und der
HIV-Infizierte kann andere Menschen
anstecken. Manchmal treten auch
schmerzlose Lymphknotenschwellungen
in Leiste, Achselhöhle, Hals
usw. über mehrere Monate auf.
- Stadium B umfasst Krankheitssymptome,
die schon die Folge der fortgeschrittenen
Immunschwäche sind, aber noch
nicht zu den Krankheiten gehören,
die Aids definieren. In der
Regel gehen diese Krankheitssymptome
bereits mit einer schweren Beeinträchtigung
des Allgemeinbefindens einher:
Dazu gehören langanhaltende
(über 1 Monat) Allgemeinsymptome
wie Fieber, Nachtschweiss, Gewichtsverlust
und Durchfall ohne erkennbare
Ursache. Ausserdem treten verschiedenste
Infektionskrankheiten wie Pilzerkrankungen
der Mundhöhle und des Rachens
(Candida) oder Viruserkrankungen
wie Gürtelrose auf.
- Stadium C bedeutet
das Endstadium der HIV-Infektion,
die eigentliche Aidserkrankung.
Sie ist durch den Zusammenbruch
des Immunsystems bedingt und
durch ganz bestimmte Krankheitsbilder
charakterisiert. Das Erscheinungsbild
der Aidserkrankung ist zwar
in seiner Gesamtheit unverwechselbar,
aber die einzelnen Krankheitsbilder
können auch bei anderen Erkrankungen
vorkommen. Es treten verschiedenste
Infektionskrankheiten und Krebsformen
auf. Besonders häufig sind:
Pilzerkrankungen der Speiseröhre
(Candida) sowie spezielle Formen
von Lungenentzündungen (Pneumocystis-
carinii-Pneumonie), atypische,
aber auch die «gewöhnliche»
Tuberkulose, Viruserkrankungen
(z.B. Netzhautentzündung der
Augen durch Zytomegalievirus
= CMV-Retinitis), Parasitenerkrankungen
(z.B. Hirnabszesse durch Toxoplasmose,
Durchfall durch Kryptosporidien),
seltene Geschwulstformen (z.B.
Kaposisarkom, Lymphdrüsensarkome,
Hirntumoren) sowie neurologische
Erkrankungen (u.a. HIV-Demenz)
und starke Abmagerung (Wasting-Syndrom).
Neben dieser klinischen Stadieneinteilung
kann der Arzt durch spezielle
Labortests im Blut die fortschreitende
Schädigung des Immunsystems
(Abnahme der T-Helferzellen
und Zunahme der HIV im Blut
feststellen und in drei Laborkategorien
(1, 2 und 3) einteilen. Je höher
die Viruslast ist und je tiefer
die T-Helferzellzahl sinkt,
desto schwächer ist das Immunsystem.
Damit steigt das Risiko opportunistischer
Infektionen, d.h. Krankheiten
durch sonst ungefährliche Erreger,
die nur in einem stark immungeschwächten
Körper auftreten.
Antivirale Therapie
Heute stehen die Gruppen der
reversen Transkriptasehemmer
und Proteasehemmer für
die Bekämpfung der HIV-Infektion
zur Verfügung. Die reversen Transkriptasehemmer
verhindern indirekt die Integration
des Virusgenoms in die DNA der
menschlichen Wirtszelle, indem
ein wichtiges Enzym für die DNA-Synthese
die reverse Transkriptase
durch das Medikament blockiert
wird. Die Proteasehemmer hingegen
blockieren die Protease, ein zentrales
Enzym, welches für die Bildung
neuer Viren verantwortlich ist.
Heute werden diese beiden Medikamentengruppen
in Kombination eingesetzt. Beide
helfen, die Virusmenge im Blut
und in den Lymphknoten niedrig
zu halten, und verlangsamen so
das Fortschreiten der Erkrankung.
In der Therapie der HIV-Infektion
wurden in den letzten Jahren enorme
Fortschritte erzielt. Anfang der
90er Jahre setzte man die antivirale
Therapie erst in den fortgeschrittenen
Stadien der HIV-Infektion ein.
Inzwischen erhofft man sich von
einer frühzeitigen Therapie, 1.
die Vermehrung des HI-Virus und
die Zerstörung des Immunsystems
- und damit das Fortschreiten
der Krankheit aufzuhalten, 2.
die Ausbildung von resistenten
HIV-Varianten zu unterdrücken
sowie 3. die Ansteckungsfähigkeit
des Betroffenen zu vermindern.
Studien haben ergeben, dass bei
HIV-infizierten Schwangeren die
Übertragungshäufigkeit auf das
Kind durch eine antivirale Therapie
stark vermindert werden kann.
Heute wird eine Therapie mit
zwei verschiedenen reversen Transkriptasehemmern
und einem Proteasehemmer begonnen.
Reverse Transkriptasehemmer sind
zum Beispiel AZT (= Retrovir®),
Lamivudin (= 3TC®),
ddI (= Videx®) oder
ddC (= Hivid®). Proteasehemmer
sind Indinavir (= Crixivan®)
oder Nelfinavir (= Viracept®).
Medikamentöse Prophylaxe bei
der Aids-Krankheit
Ziel der Prophylaxe ist, das
Auftreten der zu erwartenden Folgen
der HIV-Infektion im Stadium Aids
zu vermeiden oder zumindest hinauszuschieben.
Es ist sozusagen nur eine Symptombekämpfung,
aber die HIV-Infektion wird nicht
geheilt, und auch die Zerstörung
des Immunsystems kann dadurch
nicht angehalten werden.
Das genaue Vorgehen bei der
Prophylaxe von opportunistischen
Infektionen hängt vom Krankheitsstadium
ab. Es werden verschiedene Medikamente
eingesetzt: z.B. Baktrim®
für die Prophylaxe der Pneumocystis-carinii-Pneumonie.
Postexpositionsprophylaxe (=PEP)
Bereits seit einigen Jahren
werden Medizinalpersonen, die
bei einem Berufsunfall, wie zum
Beispiel einer Verletzung mit
einer benutzten Spritze, dem Risiko
einer HIV-Infektion ausgesetzt
waren, für zwei bis vier Wochen
mit einem oder mehreren Anti-HIV-Medikamenten
behandelt. Dadurch konnte das
Übertragungsrisiko um 80% reduziert
werden.
Seit Ende 1997 steht diese «Behandlung»
in der Schweiz auch denjenigen
Personen zur Verfügung, die sich
bei einem ungeschützten sexuellen
Kontakt mit einem HIV-infizierten
Partner eventuell angesteckt haben
könnten. Über die Wirksamkeit
dieser «Behandlung» weiss man
allerdings noch wenig. Sicher
ist nur, dass man so schnell wie
möglich nach der Ansteckung damit
beginnen muss, idealerweise innert
weniger Stunden, höchstens aber
bis 72 Stunden nach der vermuteten
Ansteckung, denn sonst hat sich
das HIV bereits im Körper verbreitet.
Diese Medikamente müssen zwei
bis vier Wochen eingenommen werden
und haben starke Nebenwirkungen.
Die Entscheidung, eine PEP durchzuführen,
muss sorgfältig durch einen Arzt
in einem Zentrumsspital getroffen
werden, da zurzeit noch keine
Erfahrung über die Langzeitschäden
durch eine antiretrovirale Therapie
bei Gesunden vorliegt.
Wie
das HIV übertragen
wird
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Das HIV wird nur von HIV-infizierten
Menschen direkt auf andere Menschen
übertragen. Aber nicht so leicht
wie das Grippevirus oder der Tuberkulosebazillus,
die über die Luft, zum Beispiel
beim Husten oder Niesen, zu anderen
Menschen gelangen (Tröpfcheninfektion).
Eine HIV-Ansteckung kann nur erfolgen,
wenn virushaltige Körperflüssigkeit
auf Schleimhäute, auf verletzte
Haut oder direkt ins Blut gelangt
(vgl. Die Fresszellen als Trojanisches
Pferd). Die HI-Viren können die
intakte, gesunde Haut mit ihrer
schützenden Hornschicht nicht
durchdringen.
HIV kommt in verschiedenen Körperflüssigkeiten
vor. Blut, Samenflüssigkeit und
Scheidensekret enthalten sehr
viele Viren. In geringerer Anzahl
wurden Viren aber auch in Speichel,
Muttermilch, Tränen und Urin nachgewiesen.
Im Schweiss hingegen konnte kein
HIV gefunden werden.
Übertragungswege
Geschlechtsverkehr:
Die HIV-Infektion ist in erster
Linie eine sexuell übertragbare
Krankheit. Eine Übertragung erfolgt
sowohl durch Sperma als auch durch
Scheidensekret. Ein einmaliger
Geschlechtsverkehr mit einem HIV-infizierten
Partner kann für eine Ansteckung
genügen. Auch beim Oralverkehr
und bei Zungenküssen ist die Gefahr
einer Ansteckung nicht ausgeschlossen.
Drogen: Bei gemeinsamer
Benützung von HIV-verschmutzten
Spritzen und Nadeln (Spritzentausch)
sind i.v.-Drogenabhängige besonders
gefährdet.
Mutter-Kind-Übertragung:
Eine HIV-positive Mutter kann
ihr Kind während der Schwangerschaft,
Geburt oder beim Stillen (über
die Muttermilch) anstecken. Die
Ansteckungshäufigkeit beträgt
etwa 2030%; mit einer AZT-Therapie
kann diese deutlich gesenkt werden.
Bluttransfusionen und Organtransplantationen:
In allen industrialisierten Ländern
werden Blut- und Organspender
auf eine allfällige HIV-Infektion
untersucht (in der Schweiz seit
Herbst 1985). Das verbleibende
Risiko, eine Infektion des Spenders
dennoch zu übersehen, ist äusserst
gering (in der Schweiz auf ungefähr
1:500 000 geschätzt). In Drittweltländern
(insbesondere in Afrika und Südamerika)
ist zuverlässige Virusfreiheit
der Blutkonserven oft nicht gewährleistet.
Medizinalbereich:Für
das medizinische Personal sind
die Ansteckungsrisiken für HIV
bei Einhaltung der üblichen Hygieneregeln
gering. Bei der häufigsten Übertragungsart,
den Nadelstichverletzungen (Stechen
mit einer Nadel einer Spritze,
die bei einem HIV-Infizierten
gebraucht wurde), wird das Risiko
auf 0,3% pro Ereignis geschätzt.
Seltene Übertragungswege:
Neben den obengenannten gibt es
auch sehr seltene Übertragungswege,
die im Einzelfall zwar genauso
tragisch, epidemiologisch gesehen
aber von geringerer Bedeutung
sind. Dazu gehören Tätowierungen,
Bissverletzungen, Übertragung
des Virus von einem infizierten
Chirurgen auf den Patienten usw.
Keine Ansteckungsrisiken
- Im Alltag:
Strassenbahn, Schule,
Toiletten usw.
- Bei Hautkontakt
wie Händeschüttlen
oder Streicheln, Wangenküsse.
- Sport: Schwimmen,
Ballspiele
- Essen: Im Restaurant.
- Sexualität:
Keine Ansteckungsgefahr
besteht innerhalb einer
treuen Liebesbeziehung
(wenn keiner der beiden
Partner nichtsexuellen
Ansteckungsrisiken ausgesetzt
ist.
Voraussetzung ist natürlich,
dass die allgemein üblichen
Hygieneregeln beachtet
werden und dass kein Kontakt
mit offenen Wunden vorkommt.
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Schutzmöglichkeiten
vor einer HIV-Infektion
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Da in naher Zukunft eine Schutzimpfung
und heilende Medikamente nicht
zur Verfügung stehen werden, ist
die Prävention durch ein möglichst
risikofreies Verhalten von entscheidender
Bedeutung.
- Treue: In einer treuen
Liebesbeziehung zweier nicht
infizierter Partner ist eine
Ansteckung mit HIV ausgeschlossen.
- Sorgfältige Partnerwahl:
Heutzutage birgt eine neue sexuelle
Beziehung grundsätzlich die
Gefahr einer HIV-Infektion in
sich. Aus diesem Grund ist es
besonders wichtig, den Partner
sehr sorgfältig auszuwählen.
Nur wenn der Partner nicht infiziert
ist, ist eine Ansteckung ausgeschlossen.
Je weniger Sexualpartner jemand
hat, desto kleiner ist sein
Risiko, sich anzustecken.
- HIV-Test: Wenn bei
einem der beiden Partner die
Möglichkeit besteht, dass er
sich früher einmal mit HIV infiziert
haben könnte, kann mit einem
HIV-Test eine Infektion praktisch
sicher ausgeschlossen oder bestätigt
werden (vgl. Nachweis einer
HIV-Infektion).
- Kondom: Ist ein Sexualpartner
HIV-infiziert, kann durch den
Gebrauch von Kondomen das Risiko
einer HIV-Übertragung gesenkt,
aber nicht ausgeschlossen werden.
Angesichts der tödlichen Krankheit
Aids bleibt auch bei staatlich
geprüften Kondomen ein nicht
zu vernachlässigendes Restrisiko
in der Grössenordnung von einigen
Prozenten. Gerade junge Menschen
haben natürlicherweise noch
keine oder wenig Erfahrung mit
Kondomen, weswegen auch die
Gefahr von Anwendungsfehlern
erheblich ist.
- Drogenabstinenz: Drogen
und Alkohol trüben das Gefühl
für die Wirklichkeit, vernebeln
das Verantwortungsbewusstsein,
schwächen das Urteilsvermögen
sowie die Selbstbeherrschung
und verleiten dadurch zu unbedachten
und oft ungeschützten sexuellen
Kontakten. Drogenabstinenz ist
daher ein wichtiger Teil der
HIV-Prävention.
Beim Kennenlernen eines neuen
Partners sind sorgfältige
Partnerwahl, HIV-Test und Kondome
die drei Möglichkeiten, mit
denen man das Risiko einer HIV-Ansteckung
ausschliessen oder verkleinern
kann. Kombiniert sind sie um so
wirksamer.
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