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Der HIV-Test
Warum es besser ist,
sich testen zu lassen
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Wenn jemand ein HIV-Ansteckungsrisiko
aufweist, ist Testen der einzige
Weg, um herauszufinden, ob man
sich infiziert hat oder nicht.
Der Test sollte mit einer ausführlichen
ärztlichen Beratung gekoppelt
sein.
Die HIV-Infektion hat sich
innerhalb von wenigen Jahren zu
einer Pandemie (weltweiten Epidemie)
entwickelt. Sie breitet sich auch
bei uns weiter aus und betrifft
längst nicht mehr nur die
Risikogruppen. Es ist deshalb
für jeden Menschen wichtig
zu wissen, ob er infiziert ist
oder nicht, denn so kann er beitragen,
die weitere Verbreitung dieser
tödlichen Krankheit zu verhindern.
Trügerische Ruhe
Wer sich angesteckt hat, merkt
(mit Ausnahme einer manchmal auftretenden
grippeartigen Erkrankung innerhalb
der ersten Wochen) in der Regel
über Jahre hinweg nichts
von der HIV-Infektion –
eine trügerische Ruhe. In
dieser symptomfreien Zeit, die
im Durchschnitt zehn bis zwölf
Jahre dauert, ist der Infizierte
bereits ansteckend. Ob man sich
infiziert hat oder nicht, lässt
sich nur herausfinden, wenn man
einen HIV-Test macht. Wer sich
testen lässt, handelt sich
und anderen gegenüber verantwortungsbewusst.
Der Test ist in jedem Fall
sinnvoll
Nehmen wir einmal an, der oder
die Betreffende ist gar nicht
infiziert, also HIV-negativ. Das
negative Testresultat zeigt das
Fehlen der Infektion mit sehr
hoher Sicherheit an – vorausgesetzt,
die empfohlene Wartezeit bis zum
Test wurde eingehalten (s.u.).
Eine vorher bestandene Ungewissheit
und unnötige Ängste
sind damit behoben. Verbunden
mit einer kompetenten Beratung
kann daraus ein verantwortungsvolles
Verhalten (mit Vermeidung von
Risikosituationen) für die
Zukunft erwachsen.
Nehmen wir den Fall an, jemand
sei doch infiziert, also HIV-positiv.
In der Regel wird diese Person
zum einen alles daran setzen,
die Krankheit nicht weiterzuverbreiten.
Niemand möchte seinen Partner,
den er am meisten liebt, anstecken
oder ein HIV-positives Kind zur
Welt bringen. Zum anderen kann
nur derjenige von einer frühzeitigen
Therapie (welche das Endstadium
Aids hinauszögert) profitieren,
der weiss, dass er HIV-positiv
ist. Bei vielen Komplikationen
von Aids kommt es auf eine frühzeitige
Erkennung an. Dadurch können
diese rechtzeitig behandelt und
kann viel Leid verhindert werden.
Wer sich als HIV-Positiver rechtzeitig
in kundige ärztliche Betreuung
begibt, kann länger und besser
leben als jemand, der abwartet,
bis Aids ausbricht.
Wir empfehlen, den Test bei
einem Arzt Ihres Vertrauens durchführen
zu lassen, damit eine ausführliche
Beratung angeschlossen werden
kann.
Unverzüglich und richtig
behandeln
Beim HIV-Positiven trägt
die Infektion mit anderen Krankheiten
dazu bei, die Zahl der Viren zu
vermehren und dadurch das Immunsystem
weiter zu schwächen. An sich
harmlose Krankheiten, z.B. eine
Gürtelrose, können sehr
schwer verlaufen. Viele Krankheiten,
z.B. Durchfall, müssen deshalb
im Anfangsstadium behandelt werden.
Ein Arzt sollte unbedingt wissen,
ob sein Patient HIV-positiv ist
oder nicht. Nur so kann er eine
korrekte Diagnose stellen und
eine entsprechend wirksame Therapie
einleiten. Zum Beispiel muss man
bei der häufigsten Lungenentzündung
eines HIV-Infizierten, der Pneumocystis-carinii-Pneumonie
(PCP), ganz andere Medikamente
anwenden als bei einer «normalen»
Lungenentzündung. Als man
die PCP noch wie eine gewöhnliche
Lungenentzündung behandelte,
starb fast die Hälfte der
Erkrankten; inzwischen sterben
bei frühzeitiger Diagnose
und gezielter Therapie weniger
als fünf Prozent dieser Patienten.
Auch eine bei Aids-Kranken
häufig vorkommende Viruserkrankung
der Augen (CMV-Retinitis) kann
bei bekannter HIV-Positivität
frühzeitig diagnostiziert
und behandelt werden; damit wird
eine Erblindung verhindert.
Keine Zeit verlieren
Wer die Entscheidung zum HIV-Test
immer weiter vor sich herschiebt,
verliert im Falle der Infektion
wertvolle Zeit für die Behandlung.
Es gibt noch weitere Gründe
für den Test: Bei bestimmten
Impfungen, z.B. vor einer Reise,
muss der Arzt bei bestehender
HIV-Infektion anders verfahren,
um den Patienten nicht zusätzlich
zu schädigen. Das gleiche
gilt bei grossen Operationen,
die bekanntlich eine ausserordentliche
Belastung des Immunsystems darstellen.
Im Interesse des Patienten muss
die Art der Operation gründlich
durchdacht werden.
Ärztliche Ratschläge
Nur eine HIV-infizierte Person,
die von ihrer Infektion weiss,
kann ihre Gesundheit mit gezielten
Vorkehrungen schützen. Wer
weiss schon, dass Vögel im
Haus durch ihren Kot bei HIV-Infizierten
gefährliche Pilzerkrankungen
hervorrufen können; Katzentoiletten
und Blumentöpfe mit Erde
können ähnliche Risiken
bergen. Alkohol, Zigaretten und
Drogen sind für den HIV-positiven
Menschen noch schädlicher,
weil sie das Immunsystem zusätzlich
schwächen. Rohes Fleisch
und andere salmonellenverdächtige
Speisen sind dringend zu meiden,
desgleichen roher Fisch, Austern
und Meeresfrüchte. Mayonnaise
sowie abgestandene Sauce können
gefährlich sein; dagegen
ist eine gesunde kalorien- und
vitaminreiche Kost zu empfehlen.
Kontakte mit Trägern von
Krankheitserregern, seien es Kinderkrankheiten
(z.B. Windpocken) oder Tuberkulose,
können gefährlich werden.
Reisen in Länder mit niedrigem
Hygienestandard – vor allem
in die Tropen – bergen überdurchschnittliche
Infektionsgefahren. Medikamenteneinnahme
ohne Absprache mit dem Arzt sollte
wegen möglicher Nebenwirkungen
bzw. Schwächung des Immunsystems
vermieden werden. Und was viele
nicht wissen: Starke körperliche
Anstrengung und Stress, aber auch
Sonnenbäder im Freien oder
im Solarium können das Immunsystem
beeinträchtigen und dadurch
den Ausbruch von Aids beschleunigen.
Alle diese Punkte sprechen
im persönlichen Interesse
aller Infizierten für einen
HIV-Test. Aber es gibt noch einen
weiteren Grund: Die Medizin verfügt
schon seit einigen Jahren über
virushemmende Medikamente, die
den Ausbruch der Krankheit Aids
hinausschieben können.
Wann
sollte getestet werden?
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- Bei früheren riskanten
Lebensgewohnheiten (z.B. Rauschgiftabhängigkeit,
häufiger Partnerwechsel)
- Beide Partner am Beginn einer
Liebesbeziehung
- Paare mit Kinderwunsch
- Frauen bei Beginn einer Schwangerschaft
- Gegebenenfalls vor Impfungen
mit Lebendimpfstoffen
- Bei Bluttransfusionen vor
Herbst 1985
- Gegebenenfalls vor schweren
Operationen
Durchführung des Tests
frühestens zwei bis sechs
Wochen nach einer möglichen
Infektion, bei negativem Resultat
Wiederholung nach drei Monaten.
Der Test ist nicht mehr sinnvoll
bei Personen, die bereits wissen,
dass sie infiziert sind.
Antivirale Therapie
Heute stehen die Gruppen der
reversen Transkriptasehemmer und
Proteasehemmer für die Bekämpfung
der HIV-Infektion zur Verfügung.
Die reversen Transkriptasehemmer
verhindern indirekt den Einbau
des Virusgenoms in die DNA der
menschlichen Wirtszelle, indem
ein wichtiges Enzym für die
DNA-Synthese – die reverse
Transkriptase – durch das
Medikament blockiert wird. Die
Proteasehemmer hingegen hemmen
die Protease, ein zentrales Enzym,
welches für die Bildung neuer
Viren verantwortlich ist. Heute
werden diese beiden Medikamentengruppen
in Kombination eingesetzt. Beide
helfen, die Virusmenge im Blut
und in den Lymphknoten niedrig
zu halten, und verlangsamen so
das Fortschreiten der Erkrankung.
In der Therapie der HIV-Infektion
wurden in den letzten Jahren enorme
Fortschritte erzielt. Anfang der
90er Jahre setzte man die antivirale
Therapie erst in den fortgeschrittenen
Stadien der HIV-Infektion ein.
Inzwischen erhofft man sich von
einer frühzeitigen Therapie,
1. die Vermehrung des HI-Virus
und die Zerstörung des Immunsystems
– und damit das Fortschreiten
der Krankheit – aufzuhalten,
2. die Ausbildung von resistenten
HIV-Varianten zu unterdrücken
sowie 3. die Ansteckungsfähigkeit
des Betroffenen zu vermindern.
Studien haben ergeben, dass bei
HIV-infizierten Schwangeren die
Übertragungshäufigkeit
auf das Kind durch eine antivirale
Therapie stark vermindert wird.
Heute wird eine Therapie mit
zwei verschiedenen reversen Transkriptasehemmern
und einem Proteasehemmer begonnen.
Reverse Transkriptasehemmer sind
zum Beispiel AZT (= Retrovir®),
Lamivudin (= 3TC®), ddI (=
Videx®) oder ddC (= Hivid®).
Proteasehemmer sind Indinavir
(= Crixivan®) oder Nelfinavir
(= Viracept®).
Medikamentöse Prophylaxe
bei der Aids-Krankheit
Ziel der Prophylaxe ist, das
Auftreten der zu erwartenden typischen
Infektionskrankheiten (= «opportunistische
Infektionen») im Stadium
Aids zu vermeiden oder zumindest
hinauszuschieben. Es ist sozusagen
eine Symptombekämpfung, denn
die HIV-Infektion wird nicht geheilt,
und auch die Zerstörung des
Immunsystems kann dadurch nicht
aufgehalten werden.
Das genaue Vorgehen bei der Prophylaxe
von opportunistischen Infektionen
hängt vom Krankheitsstadium
ab. Es werden verschiedene Medikamente
eingesetzt: z.B. Baktrim®
für die Prophylaxe der Pneumocystis-carinii-Pneumonie.
Postexpositionsprophylaxe (=
PEP)
Bereits seit einigen Jahren
werden Medizinalpersonen, die
bei einem Berufsunfall, wie zum
Beispiel einer Verletzung mit
einer benutzten Spritze, dem Risiko
einer HIV-Infektion ausgesetzt
waren, für zwei bis vier
Wochen mit einem oder mehreren
Anti-HIV-Medikamenten behandelt.
Dadurch konnte das Übertragungsrisiko
um 80% reduziert werden.
Seit Ende 1997 stehen diese
Medikamente in der Schweiz auch
denjenigen Personen zur Verfügung,
die sich bei einem ungeschützten
sexuellen Kontakt mit einem HIV-infizierten
Partner eventuell angesteckt haben
könnten. Über die Wirksamkeit
in einem solchen Fall weiss man
allerdings noch wenig. Sicher
ist nur, dass man so schnell wie
möglich nach der Ansteckung
mit der Behandlung beginnen muss,
idealerweise innert weniger Stunden,
höchstens aber bis 72 Stunden
nach der vermuteten Ansteckung,
denn sonst hat sich das HIV bereits
im Körper verbreitet. Die
Medikamente müssen zwei bis
vier Wochen eingenommen werden
und haben starke Nebenwirkungen.
Die Entscheidung, eine PEP durchzuführen,
muss sorgfältig durch einen
Arzt in einem Zentrumsspital getroffen
werden, da zurzeit noch keine
Erfahrung über die Langzeitschäden
durch eine antiretrovirale Therapie
bei Gesunden vorliegt.
Wichtigster Partner: der Arzt
Haben Sie Vertrauen zu Ihrem
Arzt. Er ist der kompetente Fachmann
und damit der richtige Partner
für Sie. Er unterstützt
Sie und kann für Sie speziell
ausgebildete Fachärzte beiziehen.
Selbstverständlich gilt für
ihn die Schweigepflicht. Zusätzlich
stehen Ihnen auch das ärztlich
geführte Beratungstelefon
(044 261 03 86) oder auf Wunsch
Beratungsgespräche bei Ärzten
der AIDS-Aufklärung Schweiz
zur Verfügung.
Was
man über den Test wissen
sollte
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Der Test, mit dem man feststellen
kann, ob sich jemand mit dem Aids-Virus
HIV infiziert hat, heisst HIV-Antikörpertest
(z.B. ELISA). Gesucht wird nämlich
nicht das Virus selbst, sondern
die Reaktionen des menschlichen
Abwehrsystems im Blut, die Antikörper.
Der HIV-Test ist einer der sichersten
Tests in der Medizin.
Die Zeit von der Infektion
bis zum Auftreten von Antikörpern
im Blut (Serokonversionszeit,
diagnostisches Fenster) ist unterschiedlich
lang und von verschiedenen Faktoren
abhängig (Übertragungsweg,
Menge der übertragenen Viren
usw.). Antikörper können
nach dem heutigen Stand des Wissens
frühestens nach zwei bis
sechs Wochen, bei den meisten
innerhalb von drei Monaten festgestellt
werden. Nach einem Infektionsrisiko
ist deshalb frühestens nach
zwei bis sechs Wochen ein Test
sinnvoll und muss bei einem negativen
Ergebnis nach drei Monaten wiederholt
werden.
Es gibt verschiedene Tests;
sie ergänzen einander. Der
Elisa wird als Suchtest für
HIV-Antikörper verwendet.
Da manchmal auch andere Antikörper
mitreagieren, werden die «positiven»
Ergebnisse immer überprüft.
Zur Bestätigung bzw. Korrektur
verwendet man den Western-Blot-Test.
Er ist zeitlich und kostenmässig
aufwendiger als der sensiblere
Elisa. Zum Ausschluss von Verwechslungen
im Labor ist bei einem «positiven»
Resultat eine Kontrolle durch
eine zweite Blutentnahme empfehlenswert.
Antigentests, welche Virusbestandteile
direkt nachweisen, sind weniger
empfindlich als die HIV-Antikörpertests
und bringen keine wesentliche
Verkürzung des diagnostischen
Fensters. Der Antigentest ist
wichtig bei der Feststellung einer
frischen HIV-Infektion. Der PCR-Test
(Gensonden, mit welchen schon
Spuren von genetischem Material
des Virus nachgewiesen werden
können) wird wegen seiner
Aufwendigkeit nur z.B. in der
Frühdiagnostik bei Säuglingen
und unklaren Fällen der HIV-Infektion
angewendet. Der PCR-Test wird
heute zum Messen des Therapieerfolges
gebraucht.
Der
Test ist im Interesse aller
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Nur wer über seine Infektion
Bescheid weiss, kann sich gegenüber
anderen und sich selbst verantwortlich
verhalten:
- Infizierte sollten grundsätzlich
alle bisherigen Intimpartner
über die bestehende Infektion
informieren, damit diese sich
umgehend testen und ärztlich
beraten lassen können.
Somit ist gewährleistet,
dass sie bei einer Infektion
frühzeitig von den heute
zur Verfügung stehenden
Medikamenten profitieren können
und die Infektion nicht unwissentlich
weiterverbreiten.
- Infizierte müssen ihre
gegenwärtigen Intimpartner
über ihre Infektion aufklären.
Sicherer Schutz heisst, auf
Geschlechtsverkehr und Austausch
von Körperflüssigkeiten
zu verzichten. Kondome senken
zwar das Infektionsrisiko, schliessen
es aber nicht aus. Wer riskante
Verhaltensweisen nicht ändern
will, sollte sich konsequent
mit Kondomen schützen.
- Beim Geschlechtsverkehr zwischen
Infizierten lohnt es sich, Kondome
zu benutzen, um das Risiko einer
Ansteckung mit anderen Erregern
(Syphilis, Herpes, Hepatitis
usw.) sowie mit einem besonders
«bösartigen»
HIV-Stamm zu verringern.
- Behandelnde Ärzte, Zahnärzte
sowie das Pflegepersonal sind
über die Infektion zu informieren,
damit sie sich optimal verhalten
können.
- Blut-, Organ- und Samenspenden
von Infizierten sind verboten.
Die hier aufgezählten Punkte
sollten als Grundpfeiler solidarischen
Verhaltens selbstverständlich
sein.
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AIDS-Aufklärung
Schweiz
Postfach 26
CH 8610 Uster 1
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