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HIV / Aids
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Übertragung
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Prävention
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Test
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Weitere Informationen
Sexuell
übertragbare Krankheiten
Drogen
Methamphetamin
(Speed, Crystal)
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Für Fachleute
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Für Unterricht / Vorträge
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Methamphetamin (Speed, Crystal)
Methamphetamin ist ein Aufputschmittel,
das seit Jahrzehnten im Umlauf
ist. Seine Popularität schwankte
im Lauf der Jahre, aber in vielen
Teilen der Vereinigten Staaten
und in diversen Bevölkerungsgruppen
scheint der Konsum im Steigen
begriffen. Methamphetamin hat
ein hohes Abhängigkeitspotential,
es kann gespritzt werden und die
sexuelle Erregung steigern sowie
gleichzeitig die Hemmschwelle
senken. Aufgrund dieser Eigenschaften
befürchten die Gesundheitsbehörden,
dass sich die Konsumenten dieser
Droge möglicherweise einem
erhöhten HIV-Infektions-
bzw. -Übertragungsrisiko
aussetzen – eine berechtigte
Besorgnis angesichts der Tatsache,
dass Methamphetamin-Konsum mit
der Zunahme von HIV-Infektionen
innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen
in Zusammenhang gebracht wurde.[1]
Aus der immer umfangreicher
werdenden Forschungsliteratur
über Methamphetamin-Konsum
unter Männern, die Sex mit
Männern haben (MSM), geht
hervor, dass bei MSM mit Methamphetamin-Konsum
die sexuellen Risikofaktoren tendenziell
steigen (so tendieren sie z.B.
dazu, seltener Kondome zu benutzen,
mehr Sexualpartner zu haben und
sich auf Praktiken einzulassen,
die das Risiko einer HIV-Infektion
erhöhen, wie etwa ungeschützter
aufnehmender Analsex), dass aber
auch solche Verhaltensweisen beim
Drogenkonsum zunehmen, die eine
erhöhte HIV-Infektionsgefahr
bergen (z.B. sich Methamphetamin
zu spritzen anstatt es zu rauchen
oder zu schnupfen).[1]
MSM ist nicht die einzige Bevölkerungsgruppe
mit Risikofaktoren, die mit Methamphetamin-Konsum
zusammenhängen. Auch heterosexuelle
Erwachsene und Heranwachsende
neigen nachweislich unter Methamphetamin-Einfluss
zu Sexualpraktiken, die die Gefahr
einer HIV-Infektion oder die einer
sexuell übertragbaren Krankheit
(STD) erhöhen.[2] Dennoch
ist unter MSM die Prävalenz
von Infektionen (wie HIV) und
Risikoverhalten (wie die Anzahl
von Sexualpartnern und Analsex)
tendenziell höher, was zu
einem grösseren Übertragungsrisiko
führt. Methamphetamin-Konsumenten
können dazu tendieren, Sex
gegen Geld oder Drogen anzubieten
und dadurch ein zusätzliches
Risiko einer HIV-Infektion bzw.
-Übertragung einzugehen.[2]
Daraus geht eindeutig hervor,
dass der Methamphetamin-Konsum
zu sexuellem Risikoverhalten führen
kann, ganz unabhängig von
den sexuellen Vorlieben der Konsumenten.
Die gegenwärtig vorhandenen
Daten zeigen eine enge Verbindung
zwischen Methamphetamin-Konsum
und sexuellem Risikoverhalten
unter MSM auf, und möglicherweise
auch unter heterosexuellen Erwachsenen
und Jugendlichen.
Im Folgenden einige Informationen
über Methamphetamin, dessen
Verbreitung und Wirkung auf den
Körper und zuletzt Untersuchungsergebnisse
darüber, welche Rolle Methamphetamin
bei Verhaltensweisen spielt, die
Menschen der Gefahr einer HIV-Infektion
oder HIV-Übertragung aussetzen.
Definition von Methamphetaminen
Methamphetamin ist ein Stimulans
des zentralen Nervensystems, das
von der U.S. Food and Drug Administration
als ein Klasse-II-Amphetamin eingestuft
wurde, was bedeutet, dass es ein
hohes Potential aufweist, zu psychischer
bzw. physischer Abhängigkeit
zu führen. Für Methamphetamin
gibt es zahlreiche Szenebezeichnungen,
die z. T. regional- oder gruppenspezifisch
sind. Die verbreitetsten Namen
sind Meth, Crystal Meth, Tina,
Ice und Glass. Methamphetamin
wird geraucht, gespritzt, geschnupft,
geschluckt oder in den Anus eingeführt.[3]
Wie Methamphetamin hergestellt
wird
Methamphetamin kann mittels
relativ einfacher chemischer Verfahren
hergestellt werden. Man braucht
dazu nur ein geläufiges Abschwellmittel
der Schleimhäute –
Ephedrin oder Pseudoephedrin –
zusammen mit anderen Substanzen
wie Jodkristallen, Schwefelsäure,
rotem Phosphor und wasserfreiem
Ammoniak. Es kann in flüssiger
Form oder als Pulver hergestellt
werden, aber auch als wachsartiger
Masse („Glass“) oder
durchsichtiger Brocken („Ice“).
Methamphetamin-Konsum in den
Vereinigten Staaten
Gemäss der US-Behörde
SAMHSA (Substance Abuse and Mental
Health Services Administration)
hatten im Jahr 2004
- Zirka 12 Millionen Personen
ab 12 Jahren (4,9% aller US-Bürger
ab 12 Jahren) mindestens einmal
in ihrem Leben Methamphetamin
konsumiert;
- 1,4 Millionen Personen ab
12 Jahren (0,6% der US-Bevölkerung)
im Laufe des vorangegangenen
Jahres Methamphetamin konsumiert;
- 600 000 (0,2% der US-Bevölkerung)
im Laufe des vorangegangenen
Monats Methamphetamin konsumiert.[4]
Nach Schätzungen der SAMHSA
stieg die Zahl der Überweisungen
zur Behandlung von Methamphetamin-
oder Amphetamin-Missbrauch im
Zeitraum von 1993 bis Ende 2003
von 13 auf 56 pro 100 000 Einwohner
im Alter von mindestens 12 Jahren.[5]
Untersuchungsergebnisse zeigen
eine höhere Prävalenz
von Methamphetamin-Konsum unter
MSM als unter der Allgemeinbevölkerung.
Aus einer im Zeitraum von 1994
bis 1998 durchgeführten Studie
mit 15–22jährigen männlichen
Probanden, die in der Stadt leben
und Sex mit Männern haben,
geht hervor, dass 20% davon im
Laufe der vorangegangenen sechs
Monate Methamphetamin konsumiert
hatten.[6] Aus einer 2001 durchgeführten
Untersuchung ergibt sich, dass
15% der in San Francisco lebenden
MSM-Population während ihres
letzten, nicht länger als
drei Monate zurückliegenden
Analverkehrs Methamphetamin eingenommen
hatten – womit Methamphetamin
nach Alkohol und Marihuana an
dritter Stelle im Drogenkonsum
rangiert.[7]
Das Anwachsen des Methamphetamin-Konsums
in den USA (seit den frühen
90er Jahren) betraf zunächst
zwar hauptsächlich die westlichen
Bundesstaaten, wird aber seit
Mitte dieses Jahrzehnts landesweit
mit Besorgnis zur Kenntnis genommen.
Aus den Zahlen der Datenbank (National
Clandestine Laboratory Database),
die beschlagnahmte illegale Labors
erfasst, lässt sich für
den Zeitraum von 2000 bis Ende
2005 eine Zunahme der Beschlagnahmungen
illegaler Labors in fast jedem
Bundesstaat nachweisen.[8] 2004
war der Methamphetamin-Konsum
in den westlichen Bundesstaaten
besonders hoch: 12 Staaten, darunter
Kalifornien, Nevada, Wyoming und
Montana rangierten im obersten
Drittel der US-Staaten mit dem
höchsten Methamphetamin-Konsum
im Jahr zuvor.[4]
Die Beschlagnahmung illegaler
Labors und Einschränkungen
bei der Beschaffung bestimmter
Substanzen haben dazu geführt,
dass in den Vereinigten Staaten
die Herstellung von Methamphetamin
zurückgegangen ist.
Wirkungen des Methamphetamin-Konsums
Als Stimulans des zentralen
Nervensystems wirkt Methamphetamin
direkt auf das Hirn und das Rückenmark
ein, da es mit der normalen Ausschüttung
und Aufnahme von Neurotransmittern
(Botenstoffen, die Nerven- und
Hirnzellen produzieren, um miteinander
zu kommunizieren) interferiert.
Der wichtigste durch Methamphetamin
beeinflusste Botenstoff ist Dopamin,
aber auch Norepinephrin und Epinephrin
werden in Mitleidenschaft gezogen.
Methamphetamin-Konsum verursacht
die Ausschüttung einer grossen
Anzahl von Neurotransmittern.
Diese Botenstoffe wiederum bewirken
eine Erhöhung der Herzfrequenz
und des Blutdrucks und erzeugen
ein Gefühl von Wohlbefinden,
gesteigertem Selbstwert, Energie
und Wachheit. Sie wirken überdies
als Appetithemmer und steigern
die sexuelle Erregung. Methamphetamin-Konsumenten
berichten über Schlaflosigkeit,
gesteigerten Rededrang, Zähneknirschen,
erhöhte Körpertemperatur
und Zwangsverhalten wie Dermatillomanie
(zwanghaftes Hautkratzen).
Ein längerer Konsum kann
sowohl zu physischen Symptomen
führen (Zahnausfall, Gewichtsverlust,
Hautläsionen, Schlaganfall
und Herzinfarkt) als auch zu psychischen
Symptomen (Verfolgungswahn, Halluzinationen,
Angst- und Erregungszustände)
und Verhaltensstörungen (aggressives,
gewalttätiges Verhalten oder
Rückzug).
Ein längerer Methamphetamin-Konsum
kann zur Verringerung des Dopamin-Spiegels
oder des Niveaus anderer Neurotransmitter
des Nervensystems führen
und das Verlangen nach Methamphetamin
krankhaft steigern, um den Dopamin-Spiegel
wieder zu erhöhen. Da ein
exzessiver Methamphetamin-Konsum
den Neurotransmitter-Vorrat aufbraucht,
wird die Entzugserscheinung oft
als Zusammenbruch beschrieben,
der mit einer depressiven Phase
einhergeht. Zur Linderung dieser
unangenehmen Gefühle wird
häufig die Methamphetamin-Dosis
erhöht. Dieser Teufelskreis
kann zur Sucht führen, von
der man sich oft nur schwer befreien
kann.
Da Methamphetamin-Konsum bei
gleichzeitiger Steigerung der
Libido zu Impotenz führen
kann, besteht die Gefahr, dass
homosexuelle Männer Medikamente
gegen Erektionsstörungen
einnehmen und sich dann unter
dem Einfluss dieser Mittel auf
ungeschützten aufnehmenden
oder eindringenden Analverkehr
einlassen.[7]
Methamphetamin im Vergleich
mit Amphetaminen oder Kokain
Die Veränderungen in spezifischen
Teilen des Gehirns von Methamphetamin-Konsumenten
gleichen zwar denen von Drogenabhängigen,
die Kokain oder andere Suchtstoffe
zu sich nehmen, aber dennoch unterscheiden
sich Methamphetamin, Amphetamine
und Kokain in gewisser Hinsicht.
Im Vergleich zu Amphetaminen
und Kokain wirkt Methamphetamin
länger und stärker.
Es bewirkt eine dreimal so grosse
Dopamin-Aussschüttung im
Gehirn wie Kokain und hat eine
Halbwertszeit (die Zeit, in der
die von der Droge benötigte
Metabolisierungszeit auf die Hälfte
abgesunken ist) von 12 Stunden,
während die Halbwertszeit
von Kokain eine Stunde beträgt.
Wenn Methamphetamin geraucht wird,
kann der euphorisierende Zustand
8–24 Stunden andauern; die
Wirkung von gerauchtem Kokain
hält hingegen nur 20–30
Minuten an.[9] Da es viel länger
wirkt und billiger ist als Kokain,
ist Methamphetamin für viele
Bevölkerungsgruppen, darunter
auch Jugendliche, eine attraktive
Droge. Diese bezeichnen es mitunter
als „ Arme-Leute-Kokain.“
Die Methamphetamin-Konsumenten
Es gibt keine typischen Methamphetamin-Konsumenten.
Landesweit nehmen Menschen unterschiedlichen
Alters und unterschiedlicher Rassen
aus unterschiedlichen Gründen
diese Droge zu sich. In den Vereinigten
Staaten lassen sich jedoch zumindest
einige Trends erkennen:
- Alter: Viele Methamphetamin-Konsumenten
sind jung. Da es billiger ist
als Kokain und länger wirkt,
erfreut sich Methamphetamin
bei Teenagern und Teens Anfang
Zwanzig zunehmender Beliebtheit.[10,
11] 2002 betrug das Durchschnittsalter
der Erstkonsumenten 18,9 Jahre,
2003 20,4 Jahre und 2004 22,1
Jahre.[4] Den höchsten
Methamphetamin-Konsum verzeichnete
im vergangenen Jahr die Personengruppe
der jungen Erwachsenen im Alter
von 18 bis 25 Jahren, gefolgt
von Jugendlichen im Alter von
12 bis 17 Jahren, an dritter
Stelle Erwachsene ab 26 Jahren.[4]
- Geschlecht: Unter allen Methamphetamin-Konsumenten
ab 12 Jahren befanden sich im
vergangenen Jahr ungefähr
genauso viel Männer wie
Frauen (jeweils 0,7% bzw. 0,5
%).[4]
- Ethnische Zugehörigkeit:
Die meisten Methamphetamin-Konsumenten
sind weisser Hautfarbe. Den
höchsten Methamphetamin-Konsum
im vergangenen Jahr verzeichneten
jedoch die nativen Hawaiianer
und andere Inselbewohner des
Pazifiks (2,2%), Indianer oder
Ureinwohner Alaskas (1,7 %)
und Menschen mit mindestens
zweifacher Rassenzugehörigkeit
(1,9 %). Im vergangenen Jahr
war der Konsum unter Menschen
mit weisser Hautfarbe (0,7 %)
und Hispano-Amerikanern (0,5%)
höher als unter Schwarzen
(inkl. Afroamerikaner –
0,2 %).[4]
- MSM: Eine Studie des CDC National
HIV Behavioral Surveillance
System aus dem Jahr 2004 ergab
in bezug auf den MSM-Personenkreis,
dass sich unter den Methamphetamin-Konsumenten
landesweit ein höherer
Prozentsatz mit weisser Hautfarbe
befand als unter den Nicht-Konsumenten
(jeweils 50,4 % vs. 43,5 %).[10]
- Konsumenten unter der Landbevölkerung:
Viele Methamphetamin-Konsumenten
in ländlichen Gebieten
sind weisse, heterosexuelle
junge Erwachsene aus der Arbeiterschicht.[12]
Der Trend in ländlichen
Gebieten geht dahin, dass immer
mehr Latinos, Indianer und Jugendliche
Methamphetamin konsumieren.
Im Vergleich zu Stadtbewohnern
sind die Methamphetamin-Konsumenten
auf dem Land eher heterosexuell.[12]
Gründe für den Methamphetamin-Konsum
Die Gründe für den
Methamphetamin-Konsum sind unterschiedlicher
Art.
- Männer wie Frauen gaben
folgende Gründe für
ihren Methamphetamin-Konsum
an: Energie- und Leistungssteigerung,
günstiger Preis, selbst
verordnete Therapie gegen Depression
und Konzentrationsstörungen,
euphorischer Rausch.[13,14]
- Männliche Befragte gaben
ökonomische Gründe
an (Drogenhandel, Ausübung
mehrerer Jobs dank gesteigerter
Leistungsfähigkeit) und
sexuelle Motive (grösseres
Lustempfinden und längere
Dauer des Erregungszustands).[11,
14]
- Methamphetamin-konsumierende
HIV-positive MSM nannten einer
Untersuchung zufolge als hauptsächlichen
Grund für ihren Konsum
dieser Droge die Steigerung
des sexuellen Lustempfindens
(fast 90% der Befragten).[13]
Zu den weiteren Gründen
zählte die selbst verordnete
Therapie einer durch den HIV-positiven
Serostatus hervorgerufenen Niedergeschlagenheit.
Eine ähnliche, an HIV-negativen
heterosexuellen Erwachsenen
durchgeführte Studie ergab,
dass Methamphetamin vorwiegend
als Partydroge eingenommen wird,
um sich zu berauschen und energiegeladener
zu sein.[14]
- Weibliche Befragte gaben
an, Methamphetamin zur Gewichtskontrolle
und gegen Erschöpfungszustände
zu konsumieren.[12]
- Der Methamphetamin-Konsum
schafft Menschen, die sich als
Outsider fühlen, ein soziales
Netzwerk – sie fühlen
sich einer Gemeinschaft zugehörig.[12]
Methamphetamin-Konsum und HIV-Risikoverhalten
Der gegenwärtige, auf
einer wachsenden Zahl von Untersuchungen
basierende Forschungsstand legt
einen Zusammenhang zwischen Methamphetamin-Konsum
bei MSM und heterosexuellen Bevölkerungsgruppen
und grösserem Risikoverhalten
nahe (bei Sexualverkehr und intravenösem
Drogenkonsum), wodurch sich die
Betroffenen der Gefahr einer HIV-Infektion
aussetzen.
- Eine Mitte der neunziger
Jahre in Kalifornien durchgeführte
Befragung unter nicht injizierenden
Drogenkonsumenten ergab, dass
diejenigen Heterosexuellen und
MSM, die laut eigener Angabe
Methamphetamin zu sich nahmen,
auch häufig wechselnde
Sexualpartner hatten, mit geringerer
Wahrscheinlichkeit Kondome benutzten,
aber mit grösserer Wahrscheinlichkeit
dazu bereit waren, Sex gegen
Geld oder Drogen anzubieten,
Geschlechtsverkehr mit einem
intravenösen Drogenabhängigen
zu haben, oder dass sie einen
STD-Hintergrund hatten –
alles Risikofaktoren für
eine HIV-Übertragung.[2]
- Aus einer im Zeitraum von
1997–2001 durchgeführten
qualitativen Studie über
homo- und bisexuelle Männer
in Seattle (Washington) und
San José (Kalifornien)
geht hervor, dass Partydrogen
(Methamphetamin, Ecstasy, Ketamin
und GHB [Gamma-Hydroxy-Buttersäure])
häufig einhergehen mit
risikoreichem Sexualverhalten.
Zahlreiche Befragte berichteten,
dass sie bereits eine HIV-Infektion
oder Aids hatten und dass sie
mit dem Drogenkonsum ihre Symptome
„behandelten“. Die
Befragten gaben an, sich sowohl
auf ungeschützten Sex als
auch auf Sex gegen Drogen einzulassen.[15]
- 2001 wurde an homo- und bisexuellen
Männern im Gebiet um die
Bucht von San Francisco eine
Untersuchung durchgeführt.
Die Methamphetamin-Konsumenten
unter den Männern, die
zur MSM-Gruppe gehörten
und an Circuit-Partywochenenden
teilnahmen, zeigten während
des Wochenendes eine mehr als
doppelt so grosse Bereitschaft
zu ungeschütztem Analsex
mit einem Partner, dessen HIV-Status
unbekannt oder anders als der
eigene war.[16]
- Nach einer Untersuchung aus
dem Jahr 1998, die an mit öffentlichen
Geldern finanzierten, HIV-Test
anbietenden Einrichtungen in
Kalifornien durchgeführt
wurde, neigen HIV-positive MSM
mehr als HIV-negative MSM zum
Methamphetamin-Konsum, und MSM-Methamphetamin-Konsumenten
wiederum tendieren mehr als
andere Konsumenten dieser Droge
dazu, sie während des Geschlechtsverkehrs
einzunehmen.[2]
- Einer Analyse des California
Department of Health Services
zufolge, das im Zeitraum von
2001–2003 eine Erhebung
unter heterosexuellen Männern
durchgeführt hat, geht
ein kurz vor dem Geschlechtsverkehr
erfolgter Methamphetamin-Konsum
einher mit risikoreichem Sexualverhalten,
einschliesslich Analverkehr,
Sex mit einem Fixer und Sex
mit einer weiblichen Zufallsbekanntschaft.[17]
- 9,5 % der 2004 in Kalifornien
registrierten Fälle primärer
oder sekundärer Syphilis
bei heterosexuellen Männern
betraf Männer mit einem
Methamphetamin-Konsumhintergrund,
wobei der steigende Trend von
Syphilis-Erkrankungen anhielt
(3,1 % im Jahr 2001, 6,4 % im
Jahr 2002 und 7,3% im Jahr 2003).[18]
Syphilis ist ein Hinweis für
ungeschützten Geschlechtsverkehr,
ein Risikofaktor für eine
HIV-Infektion.
- Als 2004 in sechs Bezirken
Kaliforniens die Gonorrhoe-Erkrankungen
schlagartig zunahmen, gab ein
relativ hoher Prozentsatz der
männlichen (38 %) und weiblichen
Heterosexuellen (28 %) an, Methamphetamin
zu konsumieren, während
es unter den MSM nur 8 % waren.[17]
Wie Syphilis ist auch Gonorrhoe
ein Hinweis für ungeschützten
Geschlechtsverkehr, ein Risikofaktor
für eine HIV-Infektion.
- Es besteht ein fundierter
Anlass zur Vermutung, dass ein
(nicht gespritzter) Methamphetamin-Konsum
bei heterosexuellen Männern
und Frauen einhergeht mit ungeschütztem
Vaginalverkehr und mit häufig
wechselnden Sexualpartnern während
der zurückliegenden 12
Monate.[2]
Wenn die Droge gespritzt wird,
erhöht der Methamphetamin-Konsum
zusätzlich zur Steigerung
der sexuellen Risikofaktoren auch
die Gefahr einer HIV-Übertragung.
Frauen berichteten zum Beispiel,
dass ihre Sexualpartner ihnen
die Droge injizierten, und zwar
häufig mit einer mehrfach
genutzten Spritze.[18] Einer in
Colorado durchgeführten Untersuchung
zufolge benutzten während
einer Methamphetamin-Orgie Personen,
die sich Methamphetamin spritzten,
häufiger dieselben Nadeln.[18]
Wie Methamphetamin-Konsum Denken
und Verhalten negativ beeinflusst
- Methamphetamin-Konsum kann
die Fähigkeit wie auch
das Bedürfnis, sich sicher
zu verhalten, beeinträchtigen,
sowohl während des Sexualverkehrs
als auch beim Drogenspritzen.
Diese Beeinträchtigung
wiederum kann zu Experimenten
mit allgemein risikoreicheren
Verhaltensweisen führen.
- Methamphetamin kann die Schleimhäute
austrocknen, was zu mehr Verletzungen
und Schürfwunden führen
kann, die ihrerseits wiederum
während des Sexualverkehrs
eine Eintrittspforte für
HIV darstellen könnten.
- Methamphetamin-Konsum geht
einher mit Sexualpraktiken,
die die Wahrscheinlichkeit einer
Übertragung von HIV oder
anderer STD erhöhen können
(z.B. lange Dauer, die zu Schürfwunden
führen kann; häufig
wechselnde Partner; Hemmungslosigkeit;
Tendenz, kein Kondom zu benutzen).
- Methamphetamin-Konsum kann
zu geistiger Verwirrung führen
und die Bereitschaft bzw. Fähigkeit
beeinträchtigen, Medikamente
einzunehmen, die wegen einer
HIV-Infektion oder anderer Erkrankungen
verschrieben wurden.
Folgerungen für das öffentliche
Gesundheitswesen
Methamphetamin-Konsum ist eine
Angelegenheit des öffentlichen
Gesundheitswesens. Dem Problem
des Methamphetamin-Konsums und
des damit verbundenen Infektionsrisikos
mit HIV oder anderen STD sollte
auf möglichst breiter Ebene
begegnet werden – unter
Einschluss sowohl heterosexueller
Erwachsener und Jugendlicher als
auch MSM. HIV- und STD- Präventions-
und Behandlungsprogramme sollten
den Methamphetamin-Konsum mit
einbeziehen und auch Behandlung
von Methamphetamin-Abhängigkeit,
Früherkennungstests und Aufklärung
über Sexualverhalten beinhalten.
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Zahlen
in Klammern
verweisen auf
die Literaturliste
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