HIV-Test – wichtig für die Prävention
In Westeuropa und Nordamerika wissen 25-50% der HIV-Infizierten nicht, dass sie infiziert sind. Gerade bei jungen Menschen ist dieser Prozentsatz hoch: In den USA wissen bei den Jugendlichen 50% der Infizierten nichts von ihrer Infektion; bei den homosexuellen Jugendlichen beträgt diese Rate gar 80%. In Studien konnte gezeigt werden, dass das Wissen um die HIV-Infektion ein integraler Bestandteil der HIV-Prävention ist. Menschen, die um ihre HIV-Infektion wissen, verhalten sich verantwortungsbewusster und schützen ihre Mitmenschen besser vor einer HIV-Ansteckung als solche, die es nicht wissen.
Gemeinsam zum HIV-Test
Eine gemeinsame Arztkonsultation für eine Beratung mit einem HIV-Test ist eine gute Möglichkeit, den HIV-Status eines Paares zu klären. Dies kann beim Kennenlernen vor dem ersten sexuellen Kontakt sein. Der Arzt kann alle Fragen beantworten und das Paar begleiten, bis bei beiden eine HIV-Infektion ausgeschlossen ist. Aber auch für bestehende Paare, bei denen Unsicherheiten bezüglich ihres Serostatus bestehen, lohnt es sich, alle Fragen gemeinsam mit dem Arzt zu besprechen und einen HIV-Test durchführen zu lassen. Dieses Vorgehen schafft gegenseitig Vertrauen und die Sicherheit, bei sich und dem Partner eine HIV-Infektion auszuschliessen.
Manche Paare haben Mühe, über dieses heikle Thema ruhig, sachlich und fair zu diskutieren. Ein Fachmann kann behilflich sein, offen über dieses schwierige Problem zu sprechen. Das Paar lernt dabei auch für andere Situationen den Mut zu haben, ein gemeinsames Gespräch zu führen und sich bei Paarproblemen Hilfe zu holen.
Lautet bei einem (oder beiden) das Testresultat tatsächlich HIV-positiv, kann der Arzt das Paar in dieser schwierigen Lebenssituation fachlich unterstützen und menschlich begleiten.
Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010