Sorgfältige Partnerwahl


Partner Heutzutage birgt eine neue sexuelle Beziehung grundsätzlich die Gefahr einer HIV-Infektion in sich. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, den Partner sorgfältig auszuwählen. Bei einem nichtinfizierten (HIV-negativen) Partner ist eine Ansteckung ausgeschlossen. Je weniger Sexualpartner jemand hat, desto kleiner ist das Risiko, sich anzustecken.

Sorgfältige Partnerwahl bedeutet, einen Partner zu suchen, der nicht HIV-infiziert ist, zu einem passt und ähnliche Lebensauffassungen und -ziele hat. Nach erfolgter Partnerwahl gehört Treue in der Paarbeziehung zu diesem Konzept. Die sorgfältige Partnerwahl ist eine sichere Präventionsmethode.

Ob der Mensch, in den man sich verliebt hat, nicht HIV-infiziert ist und man ihm vertrauen kann, dass er die Wahrheit sagt, lässt sich natürlich nicht an einem Abend herausfinden. Dafür ist es notwendig, gegenseitig Vertrauen aufzubauen, bevor man eine sexuelle Beziehung eingeht. Nicht nur das offene Gespräch über mögliche Infektionsrisiken in Vergangenheit oder Gegenwart gehört dazu. Ebenso wichtig ist das Kennenlernen der Persönlichkeit, von Stärken und Schwächen, von Gewohnheiten und Vorlieben sowie von Freunden und Familie. Dadurch kann man besser beurteilen, ob auf sein oder ihr Wort Verlass ist, und einschätzen, ob er oder sie ein HIV-Infektionsrisiko in der Vergangenheit ausschliessen kann. Andererseits muss man sich selbst seines negativen HIV-Status sicher sein und dies dem zukünftigen Partner versichern können. Bei Unklarheit lohnt es sich, einen HIV-Test machen zu lassen.

Gerade jungen Menschen fällt es beim Kennenlernen eines Partners natürlicherweise noch schwer, über Unerfahrenheit, mögliche Schwächen und Ängste zu sprechen, speziell bei Themen wie Sexualität, Verhütung und sexuell übertragbaren Krankheiten. So werden die ersten sexuellen Erfahrungen oft nicht als besonders schön erlebt, und es treten gehäuft sexuelle Funktionsstörungen (Impotenz, zu früher Samenerguss, Schmerzen und Vaginismus) auf. Allein die Unsicherheit, dass ein Partner HIV-infiziert sein könnte, verunmöglicht es, angstfrei eine sexuelle Beziehung einzugehen. Ein Paar kann sich durch sorgsamen Aufbau von Beziehung und Intimität solche Misserfolge ersparen sowie sexuell übertragbare Krankheiten und eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden. Vertrautheit und gegenseitiges Wohlwollen sind nicht einfach durch Verliebtheit vorhanden, sondern müssen zuerst gebildet werden. Sexualität wird durch eine echte, offene und gleichwertige zwischenmenschliche Beziehung zu einem wirklich schönen Erlebnis und ein bereichernder Bestandteil von Liebe, Partnerschaft und Ehe. Sorgfältige Partnerwahl bedeutet nicht einfach abwarten, bis gegenseitig Klarheit über den HIV-Status herrscht, sondern kann als erste Phase einer glücklichen Partnerschaft gesehen werden.

Treue

In einer treuen Liebesbeziehung zweier nicht infizierter Partner ist eine Ansteckung mit HIV ausgeschlossen. Falls ein Partner trotzdem einen Seitensprung macht, ist es unabdingbar, dass er seinen Partner informiert und in einem zweiten Schritt ausschliesst, dass er sich angesteckt hat. Nur Kondome beim Seitensprung zu verwenden, ohne den Partner darüber zu informieren, ist nicht fair, da eine Ansteckung nicht sicher ausgeschlossen ist.





Quelle: HIV/Aids – Aktuell (Dr. med. Kurt April)
Februar 2010