Chlamydien

  • Krankheiten: Chlamydieninfektionen
  • Erreger: Chlamydia trachomatis (Bakterium)
  • Übertragungswege: Sexualverkehr (genital, anal, oral); Kontakt mit Genitalsekreten; Mutter-Kind-Übertragung.
  • Diagnose: Chlamydien-Test von Abstrich oder Urin
  • Inkubationszeit: 1–3 Wochen
  • Verlauf: Bei Frauen 80% asymptomatisch (leichte genitale Symptome bis Infektion der inneren Genitalorgane mit Unfruchtbarkeit). Bei Männern 50% asymptomatisch (Urethritis)
  • Behandlung: Heilbar mit Antibiotika.
  • Chlamydien-Test: Gennachweis (PCR), ev. Antikörpernachweis (ELISA)
  • Impfung: keine


 
Die sexuell übertragenen Chlamydien-Infektionen sind auch in Europa weit verbreitet. Erstaunlich sind die zunehmenden Infektionsraten von Chlamydien in Europa und  den USA. Da eine Antibiotika-Behandlung zur Heilung führen würde, müsste die Chlamydien-Epidemie durch konsequente Stellung der Diagnose und Behandlung eingedämmt werden können. Dass dies nicht der Fall ist, liegt vor allem an den fehlenden Diagnosestellungen, da Chlamydieninfektionen in der Regel symptomarm verlaufen, und an der fehlenden Behandlung des Partners.

Nach einer Heilung der Chlamydien-Infektion (durch Antibiotika) besteht aber keine Immunität, das bedeutet, dass jemand immer wieder neu mit Chlamydien angesteckt werden kann. Deshalb muss der Partner ebenfalls konsequent behandelt werden, sonst steckt sich ein Paar immer wieder gegenseitig an (Ping-Pong-Effekt).

Akute Chlamydien-Infektionen ähneln den Krankheitsbildern der Gonokokken-Infektionen, verlaufen aber etwas milder. Die meisten Harnröhrenentzündung und Nebenhodenentzündungen werden durch Chlamydien verursacht, die anderen am häufigsten durch Gonorrhö. Die Chlamydien-Infektionen sind häufige Ursachen für Unfruchtbarkeit der Frau.

Übertragung
: Die Chlamydien werden durch Vaginal-, Anal- und Oralverkehr auf die Genitalien oder den Enddarm übertragen. Jede sexuell aktive Person kann von Chlamydien infiziert werden. Je grösser die Anzahl Partner, desto grösser das Risiko. Teenager und junge Frauen sind besonders gefährdet, weil der Gebärmutterhals noch nicht ausgereift und dadurch empfänglicher für Infektionen ist.

Krankheitsverlauf: Tage bis Wochen nach der Ansteckung treten die Symptome auf. Bei Männern und Frauen erzeugen die Bakterien lästige Harnröhreninfektionen (Urethritis) mit eitrigem Ausfluss, die zu Brennen beim Wasserlassen führen. Gelangen die Chlamydien in den Darm (beim Analverkehr), kann es zu Enddarmentzündungen kommen und wenn die Augen betroffen sind, entstehen Bindehautentzündungen. Beim Mann können die Nebenhoden, bei der Frau auch Gebärmutter, Eileiter und Bauchhöhle betroffen sein. Letzteres sind die Ursachen für die häufige Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften durch Chlamydieninfektionen.

Die Infektion verläuft häufig unbemerkt, also ohne Beschwerden. Die symptomlosen Infizierten sind aber gleichwohl infektiös. Auch unbemerkte Infektionen können bei Frauen zu Unfruchtbarkeit und Eileiterverklebungen mit den Folgen von gehäuften Bauchhöhlenschwangerschaften führen. 

Eine Übertragung bei Chlamydien bei infizierten Müttern während der Geburt geschieht bei 50–60% aller Neugeborenen. 1–2 Wochen nach der Geburt bekommen diese  Neugeborenen Bindehaut- (Auge), Lungen- oder Ohrenentzündungen.


Chlamydien-Infektion: Verursachen häufig keine
Beschwerden, aber durch aufsteigende Infektionen
in die Eileiter kann Unfruchtbarkeit entstehen.

Behandlung: Mit Antibiotika kann die Chlamydien-Infektion geheilt werden.

Diagnose
: Abstrich von Muttermund oder Harnröhre. Die Chlamydien können im Urin nachgewiesen werden.

Prävention
: Der Chlamydien-Status ist der erste präventive Schritt. Bei einer Infektion ist eine antibiotische Behandlung des Infizierten notwendig, zumeist auch die Behandlung des Partners. Bei Risikokontakten vermindern Kondome das Risiko, schliessen es aber nicht aus.


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Mai 2012,
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News

Tages-Anzeiger, 4. Juli. 2013
Krebs durch Oralverkehr
Interview von Leonie Krähenbühl mit Prof. St. Lautenschlager
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Neue Zürcher Zeitung, 30 Juni 2013
HIV - WHO will frühere Behandlung
HIV-Infizierte sollen gemäss den neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO früher therapeutisch behandelt werden. ...
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